Viele haben sich bestimmt schon gefragt. Wie sehe ich eigentlich, welches Futter gut für meine Katze ist, und von welchem Futter ich lieber die Finger lassen sollte. Hier möchte ich euch das erklären.

 

Zuerst fange ich damit an, warum ein gutes und fleischhaltiges Futter für Katzen so wichtig ist.

Katzen sind Carnivoren, das heißt reine Fleischfresser. Sie brauchen nichts anderes und nehmen Ballaststoffe bzw. Kohlehydrate in der Natur durch den Mageninhalt ihrer Beutetiere auf, das ist also maximal der Mageninhalt einer Maus, eines Hasen usw. Der Anteil ist also sehr gering und das sollte auch beim Dosenfutter sein, wenn wir unsere Katzen naturnah ernähren möchten. Katzen können Ballaststoffe und auch Kohlehydrate nicht verarbeiten. Sie setzen es als Fett an oder scheiden es unverarbeitet wieder aus.

 

So ist dies beim Trockenfutter, welches meist überwiegend aus Kohlenhydrate und Ballaststoffen besteht. Das Problem beim Trockenfutter ist allerdings nicht nur, dass die Kohlehydrate und Ballaststoffe einfach ausgeschieden werden (und dadurch mehr Kot entsteht), sondern dass das Trockenfutter während der Produktion dehydriert wird. Es wird also sämtliches Wasser entzogen, welches erst wieder aufgenommen werden muss, damit das Futter im Magen aufquillt und die Katze sättigt. Aber wo kommt das benötigte Wasser dafür her? Nur aus dem Organismus der Katze, wenn diese brav an ihrem Napf oder Trinkbrunnen trinkt. Das Trockenfutter saugt das von der Katze aufgenommene Wasser auf um diese zu sättigen, die Katze verliert dadurch aber Wasser in ihrem Körper, welches sie natürlich dringend braucht.

 

Katzen trinken von Natur aus wenig, da sie Wüstentiere sind. Sie nehmen den Großteil ihres benötigten Wassers über die Nahrung auf. Genau dies ist das Problem beim Trockenfutter. Wenn schon kein Wasser in der Nahrung ist, sondern die Nahrung auch noch das Wasser entzieht, wie soll die Katze dann ihren Organismus mit dem nötigen Wasser versorgen, den sie braucht? Da können Nieren- und Blasenerkrankungen vorprogrammiert sein!

Beim Trockenfutter gilt genauso wie beim Nassfutter: ein hoher Fleischanteil muss her!

 

Marken mit hohem Fleischanteil bei Trockenfutter sind zum Beispiel:

• Orijen

• Applaws

• Purrizon

• Wildcat

• Natural Cat Fees Favorite

 

Wichtig ist auch, darauf zu achten wie die einzelnen Futterbestandteile formuliert sind. Wenn unter den Inhalten „Geflügelmehl“ aufgelistet ist, könnte es sich dabei nur um „Abfallprodukte“ des Huhns, also Federn, Füße und Schnäbel handeln und evtl. nicht um HühnerFLEISCH. Achtet darauf, dass das Wort „GeflügelFLEISCHmehl“ aufgelistet ist. Dies ist nämlich dann das getrocknete und zu Mehl verarbeitete Hühnerfleisch. Ein kleiner Wortzusatz, der aber viel ausmacht.

 

Beim Nassfutter ist es natürlich von den Inhaltsstoffen her kaum anders. Der Fleischanteil sollte mindestens 60 % betragen (je mehr umso besser). Die Bestandteile sollten möglichst genau deklariert sein. Es sollte nicht einfach pauschal „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ aufgelistet sein, sondern erklärt werden, um was es sich bei diesen Nebenerzeugnissen handelt. In gutem Futter sind das Innereien wie Leber, Magen, Lunge und Herz, auch Hühnerhälse und dergleichen. Aber es ist im Grunde immer alles “fleischig”. Der Anteil an Ballaststoffen sollte relativ gering sein. Im Futter können auch Kohlehydrate wie Kartoffeln oder Reis enthalten sein. Die sollten sich aber ziemlich am Schluss der Auflistung der Zutaten befinden und somit nur einen minimalen Prozentsatz der Bestandteile ausmachen. Im besten Fall sind das etwa 5 %.

In der Regel ist es ganz einfach gutes Futter zu erkennen. Hier nochmal das Wichtigste.

 

 

Ein Beispiel von schlechtem Futter:

Zusammensetzung: Sorten mit Fleisch: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4% der genannten Sorte), pflanzliche Eiweißextrakte, Fisch und Fischnebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Zucker.

Sorten mit Fisch: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4% Rind), pflanzliche Eiweißextrakte, Fisch und Fischnebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Zucker. Als erste Zutat steht dort “

 

Ich selbst habe mich schon mit einer Futtermittelfirma auseinandergesetzt und als Antwort auf die Frage, warum sie Zucker und Farbstoffe im Futter verwenden bekam ich „Wir verwenden Zucker um das Futter haltbar und schmackhafter zu machen und Farbstoffe um das Futter ansehnlicher und schöner für das Auge zu machen.” Nichts was das Tier also braucht!

 

Gute Nassfutter sind z. B. Folgende:

 

Die Liste ist nicht nach Qualität der Futter geordnet. Sie enthält SEHR hochwertige und weniger hochwertige (aber dennoch vertretbare und KEINE minderwertigen) Sorten. Die Liste enthält auch Ergänzungsfutter, welches dann leider nicht als alleiniges Futter geeignet ist, da nicht genügend Zusätze hinzugefügt werden, um es dauerhaft ohne anderes Futter zu füttern. Achtet darauf, dass ihr auch “Alleinfutter” mit genügend Nährstoffen füttert. Sinnvoll ist es auch, mehrere unterschiedliche Marken zu füttern, um einen Nährstoffmangel zu verhindern, da jede Marke andere Nährstoffe in unterschiedlichen Mengen zusetzt.

Ich hoffe ich konnte euch bei der Wahl und dem Erkennen von gutem Futter ein wenig weiter helfen.

Selina Hofmann